Sommer 2015

Von Ingo Lang

„Das ist ein kleines Stückchen Lebenswerk“, sagt Wolfgang Laschinski. Er meint damit die Laschinski GmbH Metallbearbeitung in Wegescheid. Auf dem fast einen Hektar großen Areal an der Wegescheider Straße hat das Unternehmen gerade für knapp zwei Millionen Euro eine neue Halle gebaut. Was zeigt: Das mit dem Lebenswerk ist richtig, das „kleine Stückchen“ ist wohl eher oberbergische Bescheidenheit.

Firmengründer Heinz Laschinski meldete 1967 das Gewerbe an. Erste Produktionsstätte war die alte Schmiede von Haarhaus in Hülsenbusch. Fünf Jahre später entdeckte die junge Firma das Sägen, Drehen und Bohren im Kundenauftrag  als Geschäft für sich. Heinz Laschinskis Karriere als Dienstleister im Blaumann nahm Fahrt auf.

Denn dieser Service war gefragt, wie sich herausstellte. Ende der Siebziger wurde es immer enger in der alten Schmiede. Also entschloss sich Laschinski zum Neubau in Wegescheid. 1981 zog der Betrieb dorthin um. „Anfangs wirkten die paar Maschinen etwas verloren in der großen Halle“, erinnert sich Wolfgang Laschinski. Was sich schnell änderte, weil das Unternehmen beständig wuchs. 1989 musste zum ersten Mal angebaut werden, um die größte Säge im Betrieb unterbringen zu können. 1995 musste ein Hallenanbau für die Dreherei her. Fünf Jahre später wurde Platz für die Probenfertigung in einem weiteren Anbau geschaffen. In dieser Abteilung werden Rohlinge für Werkstoffprüfungen hergestellt, mit denen der Kunde Zerreiß-, Warmzug-, Kerbschlag- und Biegeproben durchführt.  

Als dann 2007 die Dreherei noch einmal wachsen musste, waren die Ausbaumöglichkeiten am Gebäude ausgeschöpft. Was wiederum fünf Jahre später Pläne reifen ließ, einen Neubau aufs Gelände zu setzen.

Das Grundstück nebenan mit dem alten Wohnhaus gehörte Laschinskis. Weitere Flächen kauften sie vom Landschaftsverband Rheinland. Die Stadt bearbeitete ebenso zügig den Bauantrag wie die Sparkasse die Finanzierung bewilligte. „Die haben alle mitgezogen“, freut sich Laschinski bis heute.

Im Sommer 2015 haben dann die Erdarbeiten begonnen, am 9. Februar 2014 starteten die Hochbauer und am 15. November konnte die Firma bereits die Einweihung feiern. Gern nahmen die Geschäftsführer umliegender Stahlwerke die Einladung an, weil sich die Firma Laschinski, ihr Chef und die gesamte Belegschaft in der Branche bester Wertschätzung erfreuen.

Viel Lob gab es bei dieser Feier für die Gestaltung des Gebäudes und die Einrichtung der Büros in der ersten Etage. Die Halle strahlt in Weiß und Blau, die Büros beeindrucken mit ihrem in Grautönen abgestimmten Ambiente und dem eleganten Mobiliar. Was weder grau in grau noch protzig wirkt. Sehr gelungen.

Aber hier sind Wolfgang Laschinski, sein Sohn Oliver (36) und sein Schwiegersohn Uwe Blumberg (38) nur gelegentlich zu finden. Ihr Biotop ist mehr der Betrieb.

Die beiden Junioren sollen nach und nach die Geschäftsführung übernehmen, erklärt der 61-jährige Chef. Sich völlig zurückziehen will er sich noch nicht. Zumindest bis 2017, bis zur Feier des 50-Jährigen, will er im Betrieb aktiv bleiben. Er hat bei Dörrenberg in Ründeroth gelernt, hat 1991 selbst von seinem Vater Heinz die Geschäftsführung übernommen.

In dieser Zeit ist das Unternehmen beständig gewachsen. Heute hat es inklusive Chef und Bürokraft 21 Beschäftigte. In den Hallen arbeiten sich 20 Sägen durch Metallzylinder von 1 bis 1700 Millimetern Durchmesser. Auf 13 Drehbänken werden Werkstücke auf Maß gebracht, zwei Spezialmaschinen bohren tiefe Löcher ins Metall. Die Krane in den Hallen können Lasten bis 22 Tonnen heben.

Die erste Bandsäge, die 1977 angeschafft wurde, verrichtet übrigens mit kurzer Unterbrechung bis heute ihren Dienst im Betrieb. Die erste Maschine überhaupt, eine Bügelsäge, die .... gekauft wurde, steht als Marken- und Merkzeichen der Laschinski GmbH vorm Altbau.

Das Material und die Bearbeitungsvorgaben fürs Werkstück liefert stets der Kunde dem Wegescheider Dienstleister. Laschinski sägt, dreht und bohrt dann auftragsgemäß. Die dicken Blöcke auch nachts, da laufen die Maschinen dann durch.

Durch den Neubau hat das Unternehmen die Betriebsabläufe auf nun 1600 Quadratmetern Produktionsfläche noch einmal optimiert. Eine Investition, die sich also absolut gelohnt habe, stellt Wolfgang Laschinski nach den ersten Produktionsmonaten fest. „Wenn wir einen Fehler gemacht haben, dann höchstens den, das nicht schon viel früher umgesetzt zu haben.“